Dekonstruktivismus (Manifest)

Mit diesem Manifest versuche ich den künstlerischen Ansatz meiner Arbeiten zu begründen:

Das Leben als Paradoxon

Je tiefer man das Leben zu verstehen versucht, desto mehr entdeckt man das Paradoxe. Was auf den ersten Blick als rational verständlich erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen mysteriös, oder doch zumindest als schleierhaft. Oder um es in den Worten von Sokrates auszudrücken: „Ich weiss, dass ich nichts weiss.“

Steter Wandel und ewiges Gleichgewicht

  • Natur und Artefakt: Wir unterscheiden gerne zwischen dem, was die Natur und dem, was der Mensch geschaffen hat. So eindeutig ist das aber längst nicht immer.
  • Aufbau und Zerfall: Nichts ist von Dauer, alles vom Menschen Geschaffene zerfällt irgendwann wieder. Dieser natürliche Kreislauf sollte nicht durch Museen aufgehalten oder gar konserviert werden.
  • Illusion und Wirklichkeit: Unsere Sinne und Erinnerungen täuschen uns ständig. Und je mehr wir zu verstehen glauben, desto mehr wächst die Erkenntnis, nichts verstanden zu haben.
  • Form und Inhalt: Form und Inhalt hängen nicht bloss zusammen, sondern können sich gegenseitig vertauschen.
  • Ordnung und Chaos: Die höchste Ordnung liegt im vollkommenen Chaos. Der Versuch des Menschen, die Welt mit Ordnungssystemen zu verstehen, ist deshalb zum vornherein zum Scheitern verurteilt.
  • Gleichgewicht und Störung: Es gibt kein Ungleichgewicht: Die Natur erreicht immer einen Ausgleich zu dem, was der Mensch schafft. Gleichgewicht ist das zentrale Element jeglicher Ästhetik.

Dekonstruktion als Lösungsansatz

Dekonstruktion heisst, ein bestehendes oder geschaffenes Konstrukt auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen. Dabei entsteht Neues in Form von Fragmenten, Zwischenräumen und Perspektiven. Damit kann ich das Paradoxe, der stetige Wandel, die Illusion von Realität und das Spiel von Gleichgewicht und Störung bildnerisch gestalten.

Dieses Manifest wurde erstmals am 10. Oktober 2026, anlässlich meines 65. Geburtstags, veröffentlicht.